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  • Wie sind die  Maßnahmen bei einer Spritzmittelbehandlung mit einem Totalherbizid?

(Anmerkung: Herbizide dürfen nur von Landwirten oder anderen kompetenten, geprüften Unternehmen wie Gartenbaufirmen verwendet werden. Die Spritzmittelverordnung ist einzuhalten. Weitere Informationen finden Sie unter Bekämpfung )

 

Der Einsatz erfolgt während der Vegetationsperiode, am besten im Frühjahr oder im Spätherbst bei einer Wuchshöhe von ca. 10 - 20 cm. Ist der Bewuchs höher, sollte vorher abgeschlägelt werden. Sind samentragende Pflanzen vorhanden oder ein sehr starkes Auftreten von JKK, sollte abgemäht, das Mähgut abgetragen und vernichtet werden.

Nach dem Einsatz eines Totalherbizids braucht es ca. 4 Wochen bis zum völligen Absterben aller Pflanzen.  

In die nun braune Fläche kann so nicht neu eingesät werden! Sie muss umgebrochen werden, am besten mit einem Pflug. So kommen die abgestorbenen Wurzelballen nach unten. Danach wird zum ebnen und wieder festigen eine Kombination eingesetzt. Sollte der Umbruch nur mit einer Fräse erfolgen, bleiben die Wurzelreste wie kleine Steinchen oben liegen, was bei Sandboden unproblematisch, bei lehmhaltigen Böden aber inakzeptabel ist, da es eine gleichmäßige Keimung der Neueinsaat stören würde.

Auf JKK-haltigen Flächen ist generell das Pflügen vorziehen, um den Pflanzen durch den tiefer in der Erde liegenden Verrottungsprozess keine Chance zur Wiederaufkeimung zu geben.

Nach Auflaufen der Neueinsaat ist die Fläche ggf. mit Dünger und weiteren Spritzmitteln gegen breitblättrige Unkräuter zu behandeln, um generell eine dichte Grasnarbenbildung zu fördern. Natürlich ist zu beobachten, ob JKK-Jungpflanzen durch noch vorhandene Samen keimen oder vorhandenes Jakobskreuzkraut wieder ausschlägt

  • Erkenne ich Jakobskreuzkraut im Heu?
Schwierig, denn im getrockneten Zustand lassen sich ganze, ausgewachsene Pflanzen von JKK kaum von Wiesenmargerite, Sauerampfer oder Rainfarn unterscheiden (was bleibt ist ein verholzter Stengel). Aber: während die Tiere getrockneten Rainfarn oder Ampfer liegenlassen, werden JKK-Pflanzen ohne zu zögern gefressen!

Durch frühe Heuernte (Juni) gelangen nur die ebenfalls giftigen Blätter hinein, und diese kann man nicht von anderen breitblättrigen (Un)kräutern z.B. Löwenzahn unterscheiden!

  • Ist eine Untersuchung von Heu auf Jakobskreuzkraut sinnvoll?
Im Grunde nicht, ein Nachweis von Jakobskreuzkraut wäre hier eher ein Zufall. Jakobskreuzkraut tritt auf Mähweiden häufig in kleinen Bezirken und konzentriert um die Mutterpflanze auf (Altpflanze gerät zum Aussamen, die Jungpflanzen findet man überwiegend im näheren Bereich)

Das bedeutet, dass der Großteil der Heuballen sauber ist, während in einigen Ballen durch das Aufpressen in Reihe der Anteil an Jakobskreuzkraut extrem hoch ist!

Wenn Sie allerdings eine "Verdachtspflanze" haben, kann ein geschultes Auge Kreuzkraut identifizieren.

  • Auf meiner Wiese wächst vereinzelt Jakobskreuzkraut. Kann ich sicher sein, dass meine Pferde nicht davon fressen?
Nein, aber es ist davon auszugehen, dass die Tiere älteres Jakobskreuzkraut nicht fressen werden solange das Futterangebot reichhaltig ist. Die Pflanzen haben einen eigentümlichen Geruch und enthalten Bitterstoffe, die die meisten älteren Pferde (nicht die jungen!) davon abhalten, Jakobskreuzkraut aufzunehmen.

Achtung: JKK-Jungpflanzen enthalten für die ersten 6-7 Wochen noch keine Bitterstoffe, gleichwohl aber die Giftstoffe! Es ist davon auszugehen, dass die Tiere diese Pflanzen fressen!

Abgefressene Wiesen mit Jakobskreuzkraut dürfen nicht beweidet werden! Die Gefahr ist zu groß, dass Pferde die kleinen Blätter von Jungpflanzen zusammen mit den wenigen Grashalmen aufnehmen

  • Was mache ich mit den ausgerissenen Pflanzen?
Blühende und/oder samentragende Pflanzen sind einer schadlosen Entsorgung zuzuführen. Die Eigenkompostierung im Hausgarten ist aufgrund mangelnder hygienischer Wirksamkeit der Verfahren grundsätzlich nicht geeignet. Auf dem heimischen Kompost oder Misthaufen reifen sie aus und ihre Samen bleiben erhalten! Sie lassen sich dort nicht durch die geringe Vergärung / Verrottungs-Hitze vernichten! Samen von Jakobskreuzkraut haben eine Lebensdauer von 16 - 20 Jahren

JKK kann ggf. als Bioabfall über die Biotonne entsorgt werden. Weitergehende Informationen von der Bundesgütegemeinschaft Kompost (BGK)  hier... Soweit der Anschluss an eine getrennte Sammlung von Bioabfällen nicht besteht, sollte JKK über die Restmülltonne entsorgt werden. 

Jungpflanzen oder nur die Blattrosetten ohne Wurzeln können kompostiert werden.

Wichtig: Pflanzenreste -egal ob blühend oder als Blatt- nicht auf Mähweiden oder beweideten Flächen liegenlassen! Im getrockneten Zustand werden sie von den Tieren aufgenommen!

 

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